Ein Erfrischungsgetränk lässt sich in wenigen Minuten produzieren.
Sein materieller Wert ist gering.
Der eigentliche Unternehmenswert entsteht durch etwas anderes:
Die Rezeptur.
Sie beschreibt nicht nur die Zutaten.
Sie beschreibt Zusammenhänge.
Mengen.
Verfahren.
Reihenfolgen.
Qualitätskriterien.
Kurz gesagt:
Die Rezeptur beschreibt das Wissen, aus dem das Produkt entsteht.
Genau dieser Wandel zeichnet sich auch in der Softwareentwicklung ab.
Mit KI wird die technische Umsetzung zunehmend austauschbar.
Sprachmodelle schreiben Quellcode.
Frameworks liefern fertige Bausteine.
Agenten automatisieren Entwicklungsaufgaben.
Was früher ein technischer Wettbewerbsvorteil war, wird zu einer verfügbaren Infrastruktur.
Dadurch verschiebt sich der Wettbewerbsvorteil.
Nicht mehr der Quellcode entscheidet.
Sondern das Wissen darüber,
was gebaut werden soll, warum, für wen, unter welchen Bedingungen und welche Zusammenhänge berücksichtigt werden müssen.
Daraus entsteht eine neue Klasse strategischer Unternehmenswerte:
Knowledge Assets.
Nicht Dokumente.
Nicht Quellcode.
Sondern das Wissen, aus dem Produkte, Software und künftig auch KI-Anwendungen entstehen.
Deshalb verändert KI nicht nur die Softwareentwicklung. Sie verlagert den Ort der Wertschöpfung.
Die entscheidende Frage lautet künftig nicht mehr:
How to build?
Sondern:
Knowing what to Build.